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Abstrakte Kunst - gegenstandslose Malerei - eine Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts

Ablösung vom Gegenständlichen - Darstellung und Definition der abstrakten Kunst

Zu allen Zeiten suchten Künstler nach "ihrem" Stil, nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, die sich aus alten, bestehenden Stilen hervorarbeiten und der neuen Zeit entsprechen sollten. So sind im Zusammenspiel von Wissenschaft, Architektur und Gartenkunst, Philosophie, Mode und auch Politik über die Jahrhunderte immer neue Kunststile entstanden, die den Charakter ihrer Epoche durch spezielle Attribute, Malweisen usw. für sich und die Zukunft prägten. Die abstrakte Kunst ist eine Richtung oder auch Strömung, die sich hauptsächlich in den Bereichen wie Malerei, Plastik und Grafik nach der Wende zum 20. Jahrhundert herausgebildet hat.

abstrakte Kunst
Galerie Künstler Kunst abstrakt

 

Eine Unterteilung der abstrakten Kunst vorzunehmen ist so hypothetisch wie der Begriff selbst. So lassen sich zum Beispiel "Geometrische Abstraktion" und "Farbbezogene abstrakte Kunst" gegenüberstellen, aber auch "gestische Kunst" mit "emotional intuitiver Kunst" vergleichen. Während Picasso die abstrakte Kunst nie verinnerlichte, betrachten einige gestandene Kunstkritiker diese heute als vollumfänglich. Wir möchten die Grundidee der abstrakten Kunst näher erläutern und prägende Strömungen herausgreifen um diese verständlich darzustellen. Im Folgenden erhalten Sie wichtige Hintergrundinformationen zur abstrakten Kunst. Gern möchten wir Sie zudem inspirieren, sich mit abstrakter Kunst näher zu befassen und diese gegebenenfalls in unserer Galerie in Dresden zu kaufen.

Wie der Name abstrakte Kunst bereits andeutet, beschäftigt sich der Künstler mit der nicht-figürlichen Darstellung der Welt. Die gegenstandsfreie Kunst ist losgelöst vom Gegenständlichen, nicht länger reelles Abbild der Wirklichkeit. Egal ob Lebewesen oder Gegenstände – alles wird nicht oder nur angedeutet gegenständlich dargestellt. Hinzu kam die ständige Weiterentwicklung der Fototechnik, die der abstrakten Kunst einen starken Schub gab. Sie ermöglichte eine völlig neue Darstellung der realen Welt und drohte zeitweise, die gegenständliche Malerei überflüssig zu machen. Auch die Sichtbarmachung einer freien Gedankenwelt spielt dabei eine Rolle.

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Sehenswerte aktuelle Ausstellungen & Kunstmessen

Namhafte Kunstmessen und wichtige internationale Expositionen, stellen die abstrakte Kunst in den Focus der Öffentlichkeit: Besonders sehenswert ist die Gruppenausstellung «Beyond», welche in der Zeit vom 10. April bis 18. August 2019 im Me Collectors Room in Berlin stattfindet. Gezeigt werden neueste, abstrakte Arbeiten namhafter Künstler die sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Jenseitigen auseinandersetzen. Die Ausstellung ist Mittwoch bis Montag von 12 bis 18 Uhr zu besichtigen. Zu finden ist die Ausstellung in der Auguststraße 68 in 10117 Berlin.

Beachtenswerte Kunst im Raum Leipzig kann noch bis 31. Dezember 2019 im Kunstkraftwerk Leipzig «Leonardo da Vinci - Raffael - Michelangelo. Giganten der Renaissance» gesehen werden. Die großen Meisterwerke italienischer Renaissance sind in Begleitung musikalischer Darbietung besonders anschaulich und digital In einem völlig neuen Licht zu erleben. Bedeutend und eindrucksvoll sind zudem die Ausstellungen «Durch Mauern gehen» vom 12. Sptember 2019 bis 12. Januar 2020 und die Original Bauhaus Ausstellung anlässlich des Bauhausjubiläums. Gezeigt werden Stücke aus dessen hundertjähriger Geschichte bis zum 27. Januar 2020. Die Ausstellung in der Berlinischen Galerie ( Alte Jakobsstraße 124) zeigt mit rund 700 Exponaten ein Potpourri aus bekannten, unbekannten und wiederentdeckten Stücken aus dem Bauhaus-Archiv.

 

Die abstrakte Kunst – ihr Beginn und ihre Protagonisten

Wie jede Stilrichtung hat auch die abstrakte Kunst ihre Vorreiter, Künstler, die die Welt anders wahrnahmen und deshalb anders darstellten als bis dahin. Wassily Kandinsky und František Kupka zählen zu den Avantgardisten der abstrakten Malerei. Gerade Kandinsky gilt als Paradebeispiel des suchenden (und Ausdruck findenden) Künstlers. Er hat auf seinem künstlerischen Weg viele Phasen durchlaufen und Stile "erfunden" oder übernommen und weiterentwickelt. Kandinsky beschäftigte sich auch theoretisch mit der neuen Kunstrichtung.

Seine Schrift "Über das Geistige in der Kunst" von 1911 stellt eine wegbereitende theoretische Grundlage der neuen Strömung in der Kunst, insbesondere der Malerei, dar. Das erste abstrakte Gemälde des heute nahezu unbekannten František Kupka ist auf 1911 datiert. Einige weitere bekannte Vertreter der abstrakten Kunst der Jahrhundertwende sind Robert Delaunay und Piet Mondrian, ebenso wie Francis Picabia.

 

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"Lauschiger Abend" Unikatgemälde von Conny Wachsmann "Sich seinen Freiraum angeln" , 100x120cm (2017) Gemälde abstrakt

Aus den Anfängen der abstrakten Malerei bildeten sich zwei Hauptströmungen heraus: Die vom Expressionismus kommende, vertreten durch Wilhelm Nay und Hans Hartung, die die völlige Ablösung vom Gegenständlichen anstrebte. Dabei standen Farben, Strukturen, Kompositionen und Formen im Vordergrund.

Der zeitgleich entstandene zweite Trend ging zur geometrischen abstrakten Kunst und war wesentlich vom Kubismus beeinflusst. Hier dienten die geometrischen Stilelemente zur Darstellung des Nicht-Sichtbaren. Berühmte Vertreter dieser Richtung waren Piet Mondrian und der Russe Kasimir Malewitsch.

Beiden Strömungen gleich war die Distanzierung von der realitätsnahen Darstellung. Vielmehr ging es nun um ein Abbild der Innenwelt des Künstlers bzw. seiner Fantasie. Das gab dem Künstler eine völlig neue Situation der Freiheit in der Darstellung.

Diese "europalastige" Sicht lässt leider die Kunstentwicklung, z.B. im arabischen Raum oder bei indigenen Völkern weltweit außer Acht. Für einen umfassenden Bick auf die Entwicklung jeder Kunstgattung sollten immer Bemühungen unternommen werden, der Kunstentwicklung in globalem Umfang die ihr gebührende Beachtung zu schenken.

 

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Oben: Die sichtbare Wirklichkeit reduziert sich: "Erwartungsvoll" abstrakt figuratives Acrylgemälde von Michaela Steinacher, weitere Werke der Künstlerin HIER

 

Was charakterisiert die abstrakte Kunst?

Während in der figürlichen Malerei die visuell wahrnehmbare Welt, wie sie ist, abgebildet wird, haben die Vertreter der abstrakten Kunst mehr Gestaltungsfreiheit. Der Künstler wird in die Lage versetzt, Ideelles, seine Gedanken und Gefühle, sichtbar zu machen, seine schöpferischen Fähigkeiten abstrakt auszuleben. Viele Künstler lehnen einen Vergleich ihres Werkes mit der realen Welt ab und verweisen auf ihre Kreativität, die einzig zur Entstehung des Werkes beigetragen hat.

Abstrakte Kunst von Dieu Abstrakte Kunst von Dieu  Abstrakte Kunst von Künstler Dieu
Gemälde von Dieu Originalkunst von Künstler Dieu  Moderne Kunst von Dieu

 

Der Künstler stellt seine Innenwelt dar – und tritt in den Dialog mit dem Betrachter, indem er ihn auffordert, sich mit der Botschaft seines Werkes und des Künstlers auseinanderzusetzen und das Werk zu deuten. Auf diese Weise macht sich jeder Betrachter sein eigenes, subjektives Bild von dem Werk, das somit unendlich viele verschiedene Aussagen von seinen Rezipienten zugewiesen bekommt.

Die Richtungen der abstrakten Kunst und einige ihrer Vertreter

Die abstrakte Kunst ist bis heute eine breit gefächerte Stilrichtung in stetiger Weiterentwicklung. Allein durch die Verwendung immer neuer Stilmittel und Materialien bieten sich dem Künstler sowie dem Betrachter eine große Vielfalt.

Nicht zu ignorieren ist die abstrakte Plastik. Auch sie hat ihre Anfänge im Beginn des 20. Jahrhunderts. Insbesondere aus dem Jugendstil mit seinen vielen amorphen Formen konnte sich eine nicht-figürliche neue Strömung entwickeln. Bis heute bekannte und verehrte Vertreter sind Rudolf Belling und Hans Arp. Die Künstler des russischen Konstruktivismus wie Tatlin haben die abstrahierte Plastik stark vorangetrieben. Ihre Themen waren u.a. das Wechselspiel zwischen den Elementen des Raumes: In welchem Verhältnis stehen geometrische Teile wie z.B. Linien und Flächen zum Raum? Wie entwickelt sich diese Konstellation? Und wohin?

 

Abstrakte Plastik von Katrin Jähne Abstrakte Skulptur  Abstrakte Kunst von René Theurich
Abstrakte Kunst von Katrin Jähne Abstrakte Skulptur - Edition  Abstrakte Skulptur von René Theurich

Auszug abstrakter Bildhauerei: weitere Skulpturen & Plastiken finden Sie HIER

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Die Entfaltung der abstrakten Plastik verlief ebenfalls global. Henry Moore hat die abstrakte Kunst sowohl in der Malerei als auch der Plastik vorangetrieben und immer wieder neu ausgereizt. Zeitgenössische Künstler wie Tony Cragg mit ihrer neuen Formensprache, häufig mit modernen Kunststoffen umgesetzt, erweitern die Vielfalt abstrakter Plastik. 

Erinnern wir uns an die Anfänge der abstrakten Kunst seit der Jahrhundertwende: Die Vielfalt kam sowohl aus der Richtung Expressionismus (Wassili Kandinsky), die später z.B. von Jackson Pollock (1912 - 1956) völlig erneuert wurde. Als ein Vertreter der deutschen sogenannten "Nachkriegskunst" nach 1945 soll Ernst Wilhelm Nay (1902 - 1968) genannt werden. Hier verlief die Entwicklung in Richtung Informel, wo sie in eine oftmals völlig ungebundene Form mündete.

Die zweite Richtung wurde vom Kubismus und Konstruktivismus und seinen Vertretern wie Malewitsch und Mondrian gegangen. Der Trend lief zur konkreten Kunst. Der Deutsche Willi Baumeister (1889 - 1955) ist bis heute ein geschätzter Repräsentant. Aber auch die Surrealisten wie Yves Tanguy entwickelten eigene Bildsprachen, ebenso – auf seine ganz typische und unverkennbare Weise – Paul Klee (1879 - 1940) und Lyonel Feininger.

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Abbildung: Auflösung des Gegenständlichen; welche sich in der Komposition behauptet: "Schwungvoller Auftritt", weitere Werke des Künstlers finden Sie HIER

Die Techniken in der abstrakten Kunst

Die Malerei und Plastik gelten weiterhin als die Hauptgebiete der abstrakten Kunst. Bei der Wahl der einzelnen Stilmittel gab es im Laufe der Zeit immer wieder enorme Veränderungen, zumeist ermöglicht durch die technische Entwicklung der Materialien. Die Ölmalerei als ein Hauptaktionsfeld erlebte heftige Stilbrüche, wie z.B. durch das Action Painting, das Jackson Pollock in den fünfziger Jahren bekannt machte und ihn u.a. dank der Sammlerin und Galeristin Peggy Guggenheim weltberühmt machte. Weitere Techniken bei der Ölmalerei sind das Spachteln, die Mischtechnik (Öl und andere Materialien), ferner Gießtechnik, Dripping (siehe Pollock), Lasieren, Collagieren usw. Nichtsdestotrotz hat die Abstraktion auch in den Techniken wie dem Aquarell ihr Zuhause und wichtige Vertreter. Auch die verschiedenen Bereiche der Grafik bieten den Künstlern unendlich viele Ausdrucksmöglichkeiten. Die Mixed Media verbindet verschiedene Materialien und Techniken zu einem Kunstwerk.

In der Skulptur finden heute sämtliche reelle Materialien Einsatz. Die Künstler verwenden neben traditioneller Bronze, Holz und Stahl verschiedene Steinarten, Kunststoff, Textilien und Naturstoffe wie z.B. Pflanzen.

Auch die Video- und Fototechnik haben sich immer weiterentwickelt und eigenständige, anerkannte Sparten eingerichtet. Hier sollte der Name June Paik (1932 - 2006) als weltweit anerkannter Künstler der abstrakten Kunst erwähnt bleiben.

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Zustimmung und Kritik zur abstrakten Kunst

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass diese Kunstform polarisiert: Sowohl beim Publikum als auch bei der Kunstkritik stießen und stoßen die abstrakten Kunstwerke bis heute sowohl auf Begeisterung als auch auf strikte Ablehnung. Oft wurde und wird dem Künstler in dieser – nicht immer sachlichen – Diskussion jegliche künstlerische Fähigkeit abgesprochen.

Die wichtigsten Vertreter der abstrakten Kunst

Diese Frage wird immer subjektiv unterschiedlich beantwortet werden. Mehr als hundert Jahre dieser Kunstform auf verschiedenen Kontinenten mit so vielen verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten machen es schwer, kunstgeschichtlich eine sichere, handhabbare und Bestand habende Werteskala aufzustellen. Keine Liste ist annähernd vollständig. Es geht lediglich darum, Orientierungshilfe zu bieten. Jedoch besteht wohl Einigkeit darin, die folgenden Künstler als weltweit anerkannte Vertreter von abstrakter Kunst zu nennen:

Der Russe Wassily Kandinsky, die Franzosen Francis Picabia und Yves Klein, Willem de Kooning aus den USA, ebenso wie Jackson Pollock und der Deutsche Gerhard Richter sind herausragende Vertreter der abstrakten Kunst.

abstrakte Kunst

Abbildung: Akribische Analyse des Lichts: "Verwachsen", 155 50 cm, 2017, weitere Werke des Künstlers Dieu finden Sie hier: abstrakte Kunst von Dieu

Wo ist abstrakte Kunst zu sehen?

Abstrakte Kunst ist mehr denn je Bestandteil unseres täglichen Lebens, nicht nur im Museum. Überall im Stadtbild sind heute abstrakt gestaltete Skulpturen zu entdecken. Kunst am Bau ist oft abstrakt. Und die große Vielfalt der Reproduktionsmöglichkeiten wie z.B. durch Poster lässt heute die Gestaltung und Dekoration mit abstrakter Kunst in nahezu allen (privaten und institutionellen) Innenräumen zu.

Viele große Sammlungen auf der Welt bieten originale Kunstwerke. Einrichtungen für ausschließlich zeitgenössische Kunst zeigen selbstverständlich auch abstrakte Kunst. Solche Ausstellungen sind überall auf der Welt zu besuchen. Das New Yorker Museum of Modern Art hat eine umfassende Sammlung abstrakter Kunst zu bieten. Andere Museen wurden zwar erst nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet, gesammelt wurde aber schon viel früher. Das Guggenheim Museum in New York in dem von Frank Lloyd Wright erbauten außergewöhnlichem Gebäude, aber auch die Peggy Guggenheim-Stiftung in Venedig sind zu nennen. Berlin schätzt sich glücklich, die umfangreiche Sammlung der Neuen Nationalgalerie in einem bedeutenden Museumsbau von Mies van der Rohe, einer Ikone der modernen Architektur, zu beherbergen.

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Abbildung (oben): Abstrakte Kunst in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20 in Düsseldorf, Sonderausstellung der Prodagonisten

Auch das China Art Museum in Shanghai, als nur ein Beispiel umfangreicher zeitgenössischer Kunst, ist zu nennen.

Eine Interpretation zur abstrakten Kunst - detailierte Betrachtung

Abstraktion als darstellungsfreier oder darstellungsloser Ausdrucksstil

Wie eingangs erwähnt ist die abstrakte Kunst eine seit dem 20. Jahrhundert existente Stilrichtung, welche sich sowohl in der Malerei als auch in der Bildhauerei prägend entwickelt hat. Wesentliches Merkmal der abstrakten Kunst ist die Tatsache, dass diese einerseits wenig Hinweise auf die sichtbare Wirklichkeit beinhaltet, andererseits aber auch keine Erinnerung hervorbringt. Dem Künstler eröffnet sich somit die Sichtbarmachung seiner Gedanken und Überlegungen. Das Geistige wird sichtbar. Mithilfe von Kreativität besteht zudem die Möglichkeit Botschaften zu transportieren, aber auch Kritiken zu äußern.

Relativ spät wurde der abstrakten Kunst nachgesagt, dass sie sich vollkommen vom Gegenständlichen löst und die Realität mehr und mehr aufgibt. Heute weiß man, dass der ursprüngliche Gedanke der abstrakten Kunst lange undefiniert war. Man kann erweiternd hinzufügen, dass eine Loslösung von echten Gegenständen und von der in der Natur vorhandenen Formen stattfindet.

Ist jegliche Abstraktion frei interpretierbar?

Der Betrachter von gegenstandslosen Arbeiten wird geradezu dazu aufgefordert, sich intensiv mit der Schöpfung auseinanderzusetzen und die Entstehungsgründe zu hinterfragen. Um die Aussage einer abstrakten Werkes zu verstehen bzw. zu verinnerlichen, muss sich der Betrachter gemeinhin sehr umfänglich mit der Arbeit des Künstlers auseinandersetzen. Existiert keine Interpretationshilfe um den Bezug zur Wirklichkeit herzustellen, eröffnet die abstrakte Kunst die Möglichkeit diese frei und selbst zu deuten.

abstrakte Kunst

Links: abstrakte Komposition von Petra Klos, Gegenständliches wird auf der Leinwand entmaterialisiert: "Field of Gold", weitere Werke der Künstlerin finden Sie HIER

Für den abstrakten Künstler eröffnet sich die Möglichkeit mittels der Malerei gestalterisch völlig ungezwungen zu sein. Die künstlerische Freiheit erzielt bei dem Betrachter eine gewisse Anziehungskraft. Die Tatsache, dass abstrakte Arbeiten bei dem Rezipienten häufig keine direkten Erinnerungen hervorrufen, ermöglicht es hingegen neue ungeahnte und bislang unvorstellbare Variationen aus Form und Farbe sichtbar zu machen bzw. erleben zu können. Abstrakte Kunst löst beim Betrachten häufig Emotionen und Stimmungen aus. Die Frage warum dieser Kunststil derart fasziniert, kann Studien zufolge damit beantwortet werden, dass sie sich die Empfindungen auch nach längerem Betrachten ständig verändern können.

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Unsichtbares sichtbar machen

Verwendete Formen der Realität nur noch selten dokumentiert. Ein direkter Bezug zu Natur und Realität besteht in aller Regel nicht. Zudem ermöglicht die Abstraktion, hinsichtlich ihrer Gestaltung, deutlich mehr Möglichkeiten als die Illustration gegenständlicher Kunstformen. Künstlern geht es heute vielmehr um die Darstellung von innerlichen Welten, die multispektral und vielseitig sind als jene sichtbare Außenwelt.

Der Künstler gibt bei der Schaffung die Strukturen der Realität nahezu gänzlich auf. Somit liefert der abstrakte Maler teils nur noch wenige Anhaltspunkte auf das visuelle Vorhandensein. In genau diesem Moment ist die eigene, innere Vorstellungskraft wesentlich. Gemeinhin wird die abstrakte Kunst auch als „gegenstandslos“ oder „gegenstandsfrei“ bezeichnet. Diese Auslegung ist jedoch eine sehr strenge, regelrecht akademische Auslegung dieses Kunststils. Fraglich bleibt, wo eine teilweise Abstraktion dieser Strömung einzuordnen ist. Eine Einstufung in der Abstraktion und Figuration nur teilweise vorhanden ist, fehlt gänzlich.

Zusammenfassung

Geschichtliche Aufbereitung

Erste abstrakte Kunstwerke entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bislang ist ungeklärt, welcher Künstler als ihr wesentlicher Urheber gilt. Der Maler Wassily Kandinsky (*1866 - †1944), geboren in Russland, gilt jedoch im Grunde als einer der wichtigen Wegbereiter. Auch der Maler Francis Picabia (*1879 - †1953) in Frankreich geboren, experimentierte und wechselte mehrfach seine Stilrichtung vom Impressionismus über den Kubismus bis hin zur abstrakten Malerei. Auch er befasste sich sehr früh mit den Wesen der gegenstandslosen Malerei und gilt gemeinhin als einer der Vorreiter dieser Stilrichtung.

Entwicklung

Die abstrakte Kunst ist ein Sammelbegriff für diverse Kunstrichtungen des vergangenen Jahrhunderts. Entscheidend geprägt wurde sie durch die moderne Malerei des abstrakten Expressionismus, welche der Maler Jackson Pollock (*1912 - †1956) international und entscheidend bewegte. Pollock beeinflusste durch seine unmittelbare und dynamische Maltechnik (sog. Action Painting, Aktionsmalerei) nicht nur die amerikanische, sondern auch die europäische Malerei entscheidend. Der abstrakte Expressionismus tat sich Anfang der 1950 Jahre in den USA auf und ist mit dem europäischen Informel oder Tachismus vergleichbar.
Auffällig zu beobachten ist, dass sich heute in der abstrakten Malerei die gegenstandslosen Positionen in immer neuen Variationen formieren. Eine fortwährende Veränderung und stetige Weiterentwickelung ist unübersehbar. Neue Maltechniken und Arbeitsweisen, teils zufällig, teil geplant, lassen dabei auffällig zwei verbindliche Richtungen erkennen, die malerische Tendenz und die geometrische Wegrichtung. Jedoch lässt sich leicht feststellen, dass die Abstraktion mit der Zeit immer eine völlig eigenständige Bildsprache hervorgebracht hat.

Abstrakt oder figurativ - ein Interpretationsversuch zur gegenstandslosen Kunst

Die abstrakte Kunst ist eine Ausdrucksweise der bildenden Kunst, welche ihre Anfänge bereits in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts begründete. Diese Kunstrichtung weist hauptsächlich Merkmale der Nichtgegenständlichkeit auf und entfernt sich im Allgemeinen von realen Gegenständen und von der Natur. Man spricht daher auch von "gegenstandsfreier Kunst" und "gegenstandsloser Kunst". Ein Gegenstandsbezug tritt hier nur zum Teil (andeutende Formen) oder vollkommen (nichtgegenständlich) in den Hintergrund. Rein begrifflich betrachtet definiert sich die Abstraktion als "losgelöst vom Gegenständlichen" und ist mit "entfremdet vom reellen Abbild" gleichzusetzen.

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Der Beginn und die Protagonisten (Wegbereiter)

Maler wie Wassily Kandinsky und Frantiek Kupka gelten als Wegbereiter der gegenstandsfreien Kunst. Ihre gegenwartsferne Kunst ist weithin anders, als es die Malerei im Vorfeld je war. Kandinskys Werdegang nahm seine Anfänge über stilisierte Formen nach Vorbild des Münchener Jugendstils bis hin zu völlig gegenstandslosen Umsetzungen von organischen Formen. Dabei durchlief er zahlreiche Entwicklungsphasen. Die 1910 von ihm verfasste wegbereitende Schrift "Über das Geistige in der Kunst" eröffnete eine theoretische Grundlage für eine bis dato vollkommen neuartige Richtung in der Malerei.
Hilma af Klint gilt als eine der ersten Künstlerinnen, welche abstrakte Bilder malte, so einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (2011). Weitere Protagonisten der abstrakten Malerei waren Francis Picabia, Robert Delaunay und Piet Mondrian.
Stark an Bedeutung gewann die abstrahierte Kunst mit Beginn der in der damaligen Zeit entstanden Fototechnik, welche die Abbildung realer Umgebungen in revolutuionärer Art ermöglichte. Die gegenständliche Malerei drohte überflüssig zu werden.

Die Hauptströmungen

Unmittelbar nach Kandinskys (1866 - 1944) Anfängen bildeten sich schon bald zwei Hauptströmungen heraus. Die emotional geprägte, vom Expressionismus kommende Strömung, strebte die völlige Ablösung vom Gegenständlichen an. In dieser, später gestischen, freien Malerei stellten sich Farben, Strukturen, Kompositionen und Formen in den Vordergrund und schienen unabdingbar. Vertreter dieser Strömung sind Ernst Wilhelm Nay und Hans Hartung.
Zeitgleich entstand eine eher intellektuelle, geometrisierende abstrakte Kunst, welche sich später zur "Post-Painterly-Abstraction" entwickelte. Vertreter wie Michail F. Larionow, Kasimir Malewitsch und Piet Mondrian verzichteten bei dieser vom Kubismus beeinflussten Kunstform gänzlich auf eine persönliche Handschrift. Geometrische Formen dienen als wesentliches Stilmittel um das Nicht-Sichtbare, die Innenwelt des Künstlers, darzustellen oder abzubilden.
Beide Strömungen distanzieren sich von der wirklichkeitsbezogenen Darstellung. Kulturelle Wurzeln, wie die der griechischen Kultur und die damit einhergehende "Darstellung des Menschen", werden umfänglich entfremdet. So eröffnet sich sichtlich eine allumgreifende Freiheit in der Malerei und Bildhauerei.

 

Literatur zur abstrakten Kunst

Aus der Vielzahl der die abstrakte Kunst behandelnden Bibliothek werden hier nur vier Bücher ohne den Anspruch einer wertenden Reihenfolge herausgegriffen:

- Dietmar Elger: Abstrakte Kunst. Taschen, Köln 2008, ISBN 978-3-8228-5617-8

- Barbara Hess/Uta Grosenick (Hrsg.): Abstrakter Expressionismus. Taschen, Köln 2005, ISBN 3-8228-2967-6

- Bettina Ruhrberg, Karl Ruhrberg: Im Zeichen der Abstraktion. Zur westdeutschen Kunst 1945–1960. In: Ferdinand Ullrich (Hrsg.): Kunst des Westens. Deutsche Kunst 1945–1960. (Katalog der Kunstausstellung der Ruhrfestspiele Recklinghausen 1996). Wienand Verlag, Köln 1996, ISBN 3-87909-489-6

- Susanne Anna (Hrsg.): Die Informellen – von Pollock zu Schumacher. Hatje Cantz, Ostfildern 1999, ISBN 3-89322-689-3

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Abstrakte Kunst - gegenstandslose Malerei - eine Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts

Ablösung vom Gegenständlichen - Darstellung und Definition der abstrakten Kunst

Zu allen Zeiten suchten Künstler nach "ihrem" Stil, nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, die sich aus alten, bestehenden Stilen hervorarbeiten und der neuen Zeit entsprechen sollten. So sind im Zusammenspiel von Wissenschaft, Architektur und Gartenkunst, Philosophie, Mode und auch Politik über die Jahrhunderte immer neue Kunststile entstanden, die den Charakter ihrer Epoche durch spezielle Attribute, Malweisen usw. für sich und die Zukunft prägten. Die abstrakte Kunst ist eine Richtung oder auch Strömung, die sich hauptsächlich in den Bereichen wie Malerei, Plastik und Grafik nach der Wende zum 20. Jahrhundert herausgebildet hat.

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Eine Unterteilung der abstrakten Kunst vorzunehmen ist so hypothetisch wie der Begriff selbst. So lassen sich zum Beispiel "Geometrische Abstraktion" und "Farbbezogene abstrakte Kunst" gegenüberstellen, aber auch "gestische Kunst" mit "emotional intuitiver Kunst" vergleichen. Während Picasso die abstrakte Kunst nie verinnerlichte, betrachten einige gestandene Kunstkritiker diese heute als vollumfänglich. Wir möchten die Grundidee der abstrakten Kunst näher erläutern und prägende Strömungen herausgreifen um diese verständlich darzustellen. Im Folgenden erhalten Sie wichtige Hintergrundinformationen zur abstrakten Kunst. Gern möchten wir Sie zudem inspirieren, sich mit abstrakter Kunst näher zu befassen und diese gegebenenfalls in unserer Galerie in Dresden zu kaufen.

Wie der Name abstrakte Kunst bereits andeutet, beschäftigt sich der Künstler mit der nicht-figürlichen Darstellung der Welt. Die gegenstandsfreie Kunst ist losgelöst vom Gegenständlichen, nicht länger reelles Abbild der Wirklichkeit. Egal ob Lebewesen oder Gegenstände – alles wird nicht oder nur angedeutet gegenständlich dargestellt. Hinzu kam die ständige Weiterentwicklung der Fototechnik, die der abstrakten Kunst einen starken Schub gab. Sie ermöglichte eine völlig neue Darstellung der realen Welt und drohte zeitweise, die gegenständliche Malerei überflüssig zu machen. Auch die Sichtbarmachung einer freien Gedankenwelt spielt dabei eine Rolle.

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Beachtenswerte Kunst im Raum Leipzig kann noch bis 31. Dezember 2019 im Kunstkraftwerk Leipzig «Leonardo da Vinci - Raffael - Michelangelo. Giganten der Renaissance» gesehen werden. Die großen Meisterwerke italienischer Renaissance sind in Begleitung musikalischer Darbietung besonders anschaulich und digital In einem völlig neuen Licht zu erleben. Bedeutend und eindrucksvoll sind zudem die Ausstellungen «Durch Mauern gehen» vom 12. Sptember 2019 bis 12. Januar 2020 und die Original Bauhaus Ausstellung anlässlich des Bauhausjubiläums. Gezeigt werden Stücke aus dessen hundertjähriger Geschichte bis zum 27. Januar 2020. Die Ausstellung in der Berlinischen Galerie ( Alte Jakobsstraße 124) zeigt mit rund 700 Exponaten ein Potpourri aus bekannten, unbekannten und wiederentdeckten Stücken aus dem Bauhaus-Archiv.

 

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Wie jede Stilrichtung hat auch die abstrakte Kunst ihre Vorreiter, Künstler, die die Welt anders wahrnahmen und deshalb anders darstellten als bis dahin. Wassily Kandinsky und František Kupka zählen zu den Avantgardisten der abstrakten Malerei. Gerade Kandinsky gilt als Paradebeispiel des suchenden (und Ausdruck findenden) Künstlers. Er hat auf seinem künstlerischen Weg viele Phasen durchlaufen und Stile "erfunden" oder übernommen und weiterentwickelt. Kandinsky beschäftigte sich auch theoretisch mit der neuen Kunstrichtung.

Seine Schrift "Über das Geistige in der Kunst" von 1911 stellt eine wegbereitende theoretische Grundlage der neuen Strömung in der Kunst, insbesondere der Malerei, dar. Das erste abstrakte Gemälde des heute nahezu unbekannten František Kupka ist auf 1911 datiert. Einige weitere bekannte Vertreter der abstrakten Kunst der Jahrhundertwende sind Robert Delaunay und Piet Mondrian, ebenso wie Francis Picabia.

 

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Der zeitgleich entstandene zweite Trend ging zur geometrischen abstrakten Kunst und war wesentlich vom Kubismus beeinflusst. Hier dienten die geometrischen Stilelemente zur Darstellung des Nicht-Sichtbaren. Berühmte Vertreter dieser Richtung waren Piet Mondrian und der Russe Kasimir Malewitsch.

Beiden Strömungen gleich war die Distanzierung von der realitätsnahen Darstellung. Vielmehr ging es nun um ein Abbild der Innenwelt des Künstlers bzw. seiner Fantasie. Das gab dem Künstler eine völlig neue Situation der Freiheit in der Darstellung.

Diese "europalastige" Sicht lässt leider die Kunstentwicklung, z.B. im arabischen Raum oder bei indigenen Völkern weltweit außer Acht. Für einen umfassenden Bick auf die Entwicklung jeder Kunstgattung sollten immer Bemühungen unternommen werden, der Kunstentwicklung in globalem Umfang die ihr gebührende Beachtung zu schenken.

 

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Was charakterisiert die abstrakte Kunst?

Während in der figürlichen Malerei die visuell wahrnehmbare Welt, wie sie ist, abgebildet wird, haben die Vertreter der abstrakten Kunst mehr Gestaltungsfreiheit. Der Künstler wird in die Lage versetzt, Ideelles, seine Gedanken und Gefühle, sichtbar zu machen, seine schöpferischen Fähigkeiten abstrakt auszuleben. Viele Künstler lehnen einen Vergleich ihres Werkes mit der realen Welt ab und verweisen auf ihre Kreativität, die einzig zur Entstehung des Werkes beigetragen hat.

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Der Künstler stellt seine Innenwelt dar – und tritt in den Dialog mit dem Betrachter, indem er ihn auffordert, sich mit der Botschaft seines Werkes und des Künstlers auseinanderzusetzen und das Werk zu deuten. Auf diese Weise macht sich jeder Betrachter sein eigenes, subjektives Bild von dem Werk, das somit unendlich viele verschiedene Aussagen von seinen Rezipienten zugewiesen bekommt.

Die Richtungen der abstrakten Kunst und einige ihrer Vertreter

Die abstrakte Kunst ist bis heute eine breit gefächerte Stilrichtung in stetiger Weiterentwicklung. Allein durch die Verwendung immer neuer Stilmittel und Materialien bieten sich dem Künstler sowie dem Betrachter eine große Vielfalt.

Nicht zu ignorieren ist die abstrakte Plastik. Auch sie hat ihre Anfänge im Beginn des 20. Jahrhunderts. Insbesondere aus dem Jugendstil mit seinen vielen amorphen Formen konnte sich eine nicht-figürliche neue Strömung entwickeln. Bis heute bekannte und verehrte Vertreter sind Rudolf Belling und Hans Arp. Die Künstler des russischen Konstruktivismus wie Tatlin haben die abstrahierte Plastik stark vorangetrieben. Ihre Themen waren u.a. das Wechselspiel zwischen den Elementen des Raumes: In welchem Verhältnis stehen geometrische Teile wie z.B. Linien und Flächen zum Raum? Wie entwickelt sich diese Konstellation? Und wohin?

 

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Die Entfaltung der abstrakten Plastik verlief ebenfalls global. Henry Moore hat die abstrakte Kunst sowohl in der Malerei als auch der Plastik vorangetrieben und immer wieder neu ausgereizt. Zeitgenössische Künstler wie Tony Cragg mit ihrer neuen Formensprache, häufig mit modernen Kunststoffen umgesetzt, erweitern die Vielfalt abstrakter Plastik. 

Erinnern wir uns an die Anfänge der abstrakten Kunst seit der Jahrhundertwende: Die Vielfalt kam sowohl aus der Richtung Expressionismus (Wassili Kandinsky), die später z.B. von Jackson Pollock (1912 - 1956) völlig erneuert wurde. Als ein Vertreter der deutschen sogenannten "Nachkriegskunst" nach 1945 soll Ernst Wilhelm Nay (1902 - 1968) genannt werden. Hier verlief die Entwicklung in Richtung Informel, wo sie in eine oftmals völlig ungebundene Form mündete.

Die zweite Richtung wurde vom Kubismus und Konstruktivismus und seinen Vertretern wie Malewitsch und Mondrian gegangen. Der Trend lief zur konkreten Kunst. Der Deutsche Willi Baumeister (1889 - 1955) ist bis heute ein geschätzter Repräsentant. Aber auch die Surrealisten wie Yves Tanguy entwickelten eigene Bildsprachen, ebenso – auf seine ganz typische und unverkennbare Weise – Paul Klee (1879 - 1940) und Lyonel Feininger.

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Abbildung: Auflösung des Gegenständlichen; welche sich in der Komposition behauptet: "Schwungvoller Auftritt", weitere Werke des Künstlers finden Sie HIER

Die Techniken in der abstrakten Kunst

Die Malerei und Plastik gelten weiterhin als die Hauptgebiete der abstrakten Kunst. Bei der Wahl der einzelnen Stilmittel gab es im Laufe der Zeit immer wieder enorme Veränderungen, zumeist ermöglicht durch die technische Entwicklung der Materialien. Die Ölmalerei als ein Hauptaktionsfeld erlebte heftige Stilbrüche, wie z.B. durch das Action Painting, das Jackson Pollock in den fünfziger Jahren bekannt machte und ihn u.a. dank der Sammlerin und Galeristin Peggy Guggenheim weltberühmt machte. Weitere Techniken bei der Ölmalerei sind das Spachteln, die Mischtechnik (Öl und andere Materialien), ferner Gießtechnik, Dripping (siehe Pollock), Lasieren, Collagieren usw. Nichtsdestotrotz hat die Abstraktion auch in den Techniken wie dem Aquarell ihr Zuhause und wichtige Vertreter. Auch die verschiedenen Bereiche der Grafik bieten den Künstlern unendlich viele Ausdrucksmöglichkeiten. Die Mixed Media verbindet verschiedene Materialien und Techniken zu einem Kunstwerk.

In der Skulptur finden heute sämtliche reelle Materialien Einsatz. Die Künstler verwenden neben traditioneller Bronze, Holz und Stahl verschiedene Steinarten, Kunststoff, Textilien und Naturstoffe wie z.B. Pflanzen.

Auch die Video- und Fototechnik haben sich immer weiterentwickelt und eigenständige, anerkannte Sparten eingerichtet. Hier sollte der Name June Paik (1932 - 2006) als weltweit anerkannter Künstler der abstrakten Kunst erwähnt bleiben.

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Zustimmung und Kritik zur abstrakten Kunst

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass diese Kunstform polarisiert: Sowohl beim Publikum als auch bei der Kunstkritik stießen und stoßen die abstrakten Kunstwerke bis heute sowohl auf Begeisterung als auch auf strikte Ablehnung. Oft wurde und wird dem Künstler in dieser – nicht immer sachlichen – Diskussion jegliche künstlerische Fähigkeit abgesprochen.

Die wichtigsten Vertreter der abstrakten Kunst

Diese Frage wird immer subjektiv unterschiedlich beantwortet werden. Mehr als hundert Jahre dieser Kunstform auf verschiedenen Kontinenten mit so vielen verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten machen es schwer, kunstgeschichtlich eine sichere, handhabbare und Bestand habende Werteskala aufzustellen. Keine Liste ist annähernd vollständig. Es geht lediglich darum, Orientierungshilfe zu bieten. Jedoch besteht wohl Einigkeit darin, die folgenden Künstler als weltweit anerkannte Vertreter von abstrakter Kunst zu nennen:

Der Russe Wassily Kandinsky, die Franzosen Francis Picabia und Yves Klein, Willem de Kooning aus den USA, ebenso wie Jackson Pollock und der Deutsche Gerhard Richter sind herausragende Vertreter der abstrakten Kunst.

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Abbildung: Akribische Analyse des Lichts: "Verwachsen", 155 50 cm, 2017, weitere Werke des Künstlers Dieu finden Sie hier: abstrakte Kunst von Dieu

Wo ist abstrakte Kunst zu sehen?

Abstrakte Kunst ist mehr denn je Bestandteil unseres täglichen Lebens, nicht nur im Museum. Überall im Stadtbild sind heute abstrakt gestaltete Skulpturen zu entdecken. Kunst am Bau ist oft abstrakt. Und die große Vielfalt der Reproduktionsmöglichkeiten wie z.B. durch Poster lässt heute die Gestaltung und Dekoration mit abstrakter Kunst in nahezu allen (privaten und institutionellen) Innenräumen zu.

Viele große Sammlungen auf der Welt bieten originale Kunstwerke. Einrichtungen für ausschließlich zeitgenössische Kunst zeigen selbstverständlich auch abstrakte Kunst. Solche Ausstellungen sind überall auf der Welt zu besuchen. Das New Yorker Museum of Modern Art hat eine umfassende Sammlung abstrakter Kunst zu bieten. Andere Museen wurden zwar erst nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet, gesammelt wurde aber schon viel früher. Das Guggenheim Museum in New York in dem von Frank Lloyd Wright erbauten außergewöhnlichem Gebäude, aber auch die Peggy Guggenheim-Stiftung in Venedig sind zu nennen. Berlin schätzt sich glücklich, die umfangreiche Sammlung der Neuen Nationalgalerie in einem bedeutenden Museumsbau von Mies van der Rohe, einer Ikone der modernen Architektur, zu beherbergen.

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Abbildung (oben): Abstrakte Kunst in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20 in Düsseldorf, Sonderausstellung der Prodagonisten

Auch das China Art Museum in Shanghai, als nur ein Beispiel umfangreicher zeitgenössischer Kunst, ist zu nennen.

Eine Interpretation zur abstrakten Kunst - detailierte Betrachtung

Abstraktion als darstellungsfreier oder darstellungsloser Ausdrucksstil

Wie eingangs erwähnt ist die abstrakte Kunst eine seit dem 20. Jahrhundert existente Stilrichtung, welche sich sowohl in der Malerei als auch in der Bildhauerei prägend entwickelt hat. Wesentliches Merkmal der abstrakten Kunst ist die Tatsache, dass diese einerseits wenig Hinweise auf die sichtbare Wirklichkeit beinhaltet, andererseits aber auch keine Erinnerung hervorbringt. Dem Künstler eröffnet sich somit die Sichtbarmachung seiner Gedanken und Überlegungen. Das Geistige wird sichtbar. Mithilfe von Kreativität besteht zudem die Möglichkeit Botschaften zu transportieren, aber auch Kritiken zu äußern.

Relativ spät wurde der abstrakten Kunst nachgesagt, dass sie sich vollkommen vom Gegenständlichen löst und die Realität mehr und mehr aufgibt. Heute weiß man, dass der ursprüngliche Gedanke der abstrakten Kunst lange undefiniert war. Man kann erweiternd hinzufügen, dass eine Loslösung von echten Gegenständen und von der in der Natur vorhandenen Formen stattfindet.

Ist jegliche Abstraktion frei interpretierbar?

Der Betrachter von gegenstandslosen Arbeiten wird geradezu dazu aufgefordert, sich intensiv mit der Schöpfung auseinanderzusetzen und die Entstehungsgründe zu hinterfragen. Um die Aussage einer abstrakten Werkes zu verstehen bzw. zu verinnerlichen, muss sich der Betrachter gemeinhin sehr umfänglich mit der Arbeit des Künstlers auseinandersetzen. Existiert keine Interpretationshilfe um den Bezug zur Wirklichkeit herzustellen, eröffnet die abstrakte Kunst die Möglichkeit diese frei und selbst zu deuten.

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Links: abstrakte Komposition von Petra Klos, Gegenständliches wird auf der Leinwand entmaterialisiert: "Field of Gold", weitere Werke der Künstlerin finden Sie HIER

Für den abstrakten Künstler eröffnet sich die Möglichkeit mittels der Malerei gestalterisch völlig ungezwungen zu sein. Die künstlerische Freiheit erzielt bei dem Betrachter eine gewisse Anziehungskraft. Die Tatsache, dass abstrakte Arbeiten bei dem Rezipienten häufig keine direkten Erinnerungen hervorrufen, ermöglicht es hingegen neue ungeahnte und bislang unvorstellbare Variationen aus Form und Farbe sichtbar zu machen bzw. erleben zu können. Abstrakte Kunst löst beim Betrachten häufig Emotionen und Stimmungen aus. Die Frage warum dieser Kunststil derart fasziniert, kann Studien zufolge damit beantwortet werden, dass sie sich die Empfindungen auch nach längerem Betrachten ständig verändern können.

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Unsichtbares sichtbar machen

Verwendete Formen der Realität nur noch selten dokumentiert. Ein direkter Bezug zu Natur und Realität besteht in aller Regel nicht. Zudem ermöglicht die Abstraktion, hinsichtlich ihrer Gestaltung, deutlich mehr Möglichkeiten als die Illustration gegenständlicher Kunstformen. Künstlern geht es heute vielmehr um die Darstellung von innerlichen Welten, die multispektral und vielseitig sind als jene sichtbare Außenwelt.

Der Künstler gibt bei der Schaffung die Strukturen der Realität nahezu gänzlich auf. Somit liefert der abstrakte Maler teils nur noch wenige Anhaltspunkte auf das visuelle Vorhandensein. In genau diesem Moment ist die eigene, innere Vorstellungskraft wesentlich. Gemeinhin wird die abstrakte Kunst auch als „gegenstandslos“ oder „gegenstandsfrei“ bezeichnet. Diese Auslegung ist jedoch eine sehr strenge, regelrecht akademische Auslegung dieses Kunststils. Fraglich bleibt, wo eine teilweise Abstraktion dieser Strömung einzuordnen ist. Eine Einstufung in der Abstraktion und Figuration nur teilweise vorhanden ist, fehlt gänzlich.

Zusammenfassung

Geschichtliche Aufbereitung

Erste abstrakte Kunstwerke entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Bislang ist ungeklärt, welcher Künstler als ihr wesentlicher Urheber gilt. Der Maler Wassily Kandinsky (*1866 - †1944), geboren in Russland, gilt jedoch im Grunde als einer der wichtigen Wegbereiter. Auch der Maler Francis Picabia (*1879 - †1953) in Frankreich geboren, experimentierte und wechselte mehrfach seine Stilrichtung vom Impressionismus über den Kubismus bis hin zur abstrakten Malerei. Auch er befasste sich sehr früh mit den Wesen der gegenstandslosen Malerei und gilt gemeinhin als einer der Vorreiter dieser Stilrichtung.

Entwicklung

Die abstrakte Kunst ist ein Sammelbegriff für diverse Kunstrichtungen des vergangenen Jahrhunderts. Entscheidend geprägt wurde sie durch die moderne Malerei des abstrakten Expressionismus, welche der Maler Jackson Pollock (*1912 - †1956) international und entscheidend bewegte. Pollock beeinflusste durch seine unmittelbare und dynamische Maltechnik (sog. Action Painting, Aktionsmalerei) nicht nur die amerikanische, sondern auch die europäische Malerei entscheidend. Der abstrakte Expressionismus tat sich Anfang der 1950 Jahre in den USA auf und ist mit dem europäischen Informel oder Tachismus vergleichbar.
Auffällig zu beobachten ist, dass sich heute in der abstrakten Malerei die gegenstandslosen Positionen in immer neuen Variationen formieren. Eine fortwährende Veränderung und stetige Weiterentwickelung ist unübersehbar. Neue Maltechniken und Arbeitsweisen, teils zufällig, teil geplant, lassen dabei auffällig zwei verbindliche Richtungen erkennen, die malerische Tendenz und die geometrische Wegrichtung. Jedoch lässt sich leicht feststellen, dass die Abstraktion mit der Zeit immer eine völlig eigenständige Bildsprache hervorgebracht hat.

Abstrakt oder figurativ - ein Interpretationsversuch zur gegenstandslosen Kunst

Die abstrakte Kunst ist eine Ausdrucksweise der bildenden Kunst, welche ihre Anfänge bereits in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts begründete. Diese Kunstrichtung weist hauptsächlich Merkmale der Nichtgegenständlichkeit auf und entfernt sich im Allgemeinen von realen Gegenständen und von der Natur. Man spricht daher auch von "gegenstandsfreier Kunst" und "gegenstandsloser Kunst". Ein Gegenstandsbezug tritt hier nur zum Teil (andeutende Formen) oder vollkommen (nichtgegenständlich) in den Hintergrund. Rein begrifflich betrachtet definiert sich die Abstraktion als "losgelöst vom Gegenständlichen" und ist mit "entfremdet vom reellen Abbild" gleichzusetzen.

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Der Beginn und die Protagonisten (Wegbereiter)

Maler wie Wassily Kandinsky und Frantiek Kupka gelten als Wegbereiter der gegenstandsfreien Kunst. Ihre gegenwartsferne Kunst ist weithin anders, als es die Malerei im Vorfeld je war. Kandinskys Werdegang nahm seine Anfänge über stilisierte Formen nach Vorbild des Münchener Jugendstils bis hin zu völlig gegenstandslosen Umsetzungen von organischen Formen. Dabei durchlief er zahlreiche Entwicklungsphasen. Die 1910 von ihm verfasste wegbereitende Schrift "Über das Geistige in der Kunst" eröffnete eine theoretische Grundlage für eine bis dato vollkommen neuartige Richtung in der Malerei.
Hilma af Klint gilt als eine der ersten Künstlerinnen, welche abstrakte Bilder malte, so einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (2011). Weitere Protagonisten der abstrakten Malerei waren Francis Picabia, Robert Delaunay und Piet Mondrian.
Stark an Bedeutung gewann die abstrahierte Kunst mit Beginn der in der damaligen Zeit entstanden Fototechnik, welche die Abbildung realer Umgebungen in revolutuionärer Art ermöglichte. Die gegenständliche Malerei drohte überflüssig zu werden.

Die Hauptströmungen

Unmittelbar nach Kandinskys (1866 - 1944) Anfängen bildeten sich schon bald zwei Hauptströmungen heraus. Die emotional geprägte, vom Expressionismus kommende Strömung, strebte die völlige Ablösung vom Gegenständlichen an. In dieser, später gestischen, freien Malerei stellten sich Farben, Strukturen, Kompositionen und Formen in den Vordergrund und schienen unabdingbar. Vertreter dieser Strömung sind Ernst Wilhelm Nay und Hans Hartung.
Zeitgleich entstand eine eher intellektuelle, geometrisierende abstrakte Kunst, welche sich später zur "Post-Painterly-Abstraction" entwickelte. Vertreter wie Michail F. Larionow, Kasimir Malewitsch und Piet Mondrian verzichteten bei dieser vom Kubismus beeinflussten Kunstform gänzlich auf eine persönliche Handschrift. Geometrische Formen dienen als wesentliches Stilmittel um das Nicht-Sichtbare, die Innenwelt des Künstlers, darzustellen oder abzubilden.
Beide Strömungen distanzieren sich von der wirklichkeitsbezogenen Darstellung. Kulturelle Wurzeln, wie die der griechischen Kultur und die damit einhergehende "Darstellung des Menschen", werden umfänglich entfremdet. So eröffnet sich sichtlich eine allumgreifende Freiheit in der Malerei und Bildhauerei.

 

Literatur zur abstrakten Kunst

Aus der Vielzahl der die abstrakte Kunst behandelnden Bibliothek werden hier nur vier Bücher ohne den Anspruch einer wertenden Reihenfolge herausgegriffen:

- Dietmar Elger: Abstrakte Kunst. Taschen, Köln 2008, ISBN 978-3-8228-5617-8

- Barbara Hess/Uta Grosenick (Hrsg.): Abstrakter Expressionismus. Taschen, Köln 2005, ISBN 3-8228-2967-6

- Bettina Ruhrberg, Karl Ruhrberg: Im Zeichen der Abstraktion. Zur westdeutschen Kunst 1945–1960. In: Ferdinand Ullrich (Hrsg.): Kunst des Westens. Deutsche Kunst 1945–1960. (Katalog der Kunstausstellung der Ruhrfestspiele Recklinghausen 1996). Wienand Verlag, Köln 1996, ISBN 3-87909-489-6

- Susanne Anna (Hrsg.): Die Informellen – von Pollock zu Schumacher. Hatje Cantz, Ostfildern 1999, ISBN 3-89322-689-3

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