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Abstrakte Kunst

Abstrakte Kunst - gegenstandslose Malerei - eine Kunstrichtung des 20. Jahrhunderts

Zu allen Zeiten suchten Künstler nach "ihrem" Stil, nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten, die sich aus alten, bestehenden Stilen hervorarbeiten und der neuen Zeit entsprechen sollten. So sind im Zusammenspiel von Wissenschaft, Architektur und Gartenkunst, Philosophie, Mode und auch Politik über die Jahrhunderte immer neue Kunststile entstanden, die den Charakter ihrer Epoche durch spezielle Attribute, Malweisen usw. für sich und die Zukunft prägten. Die abstrakte Kunst ist eine Richtung oder auch Strömung, die sich hauptsächlich in den Bereichen wie Malerei, Plastik und Grafik nach der Wende zum frühen 20. Jahrhundert herausgebildet hat.

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Eine Unterteilung der abstrakten Kunst vorzunehmen ist so hypothetisch wie der Begriff selbst. So lassen sich zum Beispiel "Geometrische Abstraktion" und "Farbbezogene abstrakte Kunst" gegenüberstellen, aber auch "gestische Kunst" mit "emotional intuitiver Kunst" vergleichen. Während Picasso die abstrakte Kunst nie verinnerlichte, betrachten einige gestandene Kunstkritiker diese heute als vollumfänglich. Wir möchten die Grundidee näher erläutern und prägende Strömungen herausgreifen um diese verständlich darzustellen. Im Folgenden erhalten Sie wichtige Hintergrundinformationen zur abstrakten Kunst. Gern möchten wir Sie zudem inspirieren, sich mit abstrakter Kunst näher zu befassen und diese gegebenenfalls in unserer Galerie in Dresden zu bestellen. Die Navigation oben im Menü erleichtert es Ihnen, das passende Bild zu finden.

Ablösung vom Gegenständlichen - Darstellung und Definition

Wie der Name abstrakte Kunst bereits andeutet, beschäftigt sich der Künstler mit der nicht-figürlichen Darstellung der Welt. Die gegenstandsfreie Kunst ist losgelöst vom Gegenständlichen, nicht länger reelles Abbild der Wirklichkeit. Egal ob Lebewesen oder Gegenstände – alles wird nicht oder nur angedeutet gegenständlich dargestellt. Hinzu kam schon früh die ständige Weiterentwicklung der Fototechnik, die der abstrakten Kunst einen starken Schub gab. Sie ermöglichte eine völlig neue Darstellung der realen Welt und drohte zeitweise, die gegenständliche Malerei überflüssig zu machen. Auch die Sichtbarmachung einer freien Gedankenwelt spielt dabei eine Rolle.

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Gedachtes sichtbar machen

Wurden in den frühen Anfängen der Malerei Tiere, Menschen und Landschaften dargestellt, ist abstrakte Kunst kaufen heutzutage deutlich vielseitiger und es ist wahrnehmbar mehr möglich. Der Künstler kann mit diesem Stilmittel Gedachtes und Gefühltes sichtbar machen, seine Kreativität steht im Mittelpunkt des Schaffensprozesses. Der Betrachter wird somit aufgefordert, die Hintergründe der Schöpfung zu verstehen oder sich ein völlig eigenes Bild zu machen.

Es steht dem Künstler frei, ob er dafür eine Hilfestellung, beispielsweise mit Hilfe des Werkstitels anbietet oder die Interpretation bewusst offenlässt. Wer Gemälde in Öl oder Acryl kaufen möchte, sollte sich vorab gut und einschlägig informieren, auch zu den Hintergründen. Die Deutung der abstrakten Darstellung ist oft schwierig führt selbst bei Kunstexperten zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Abstrakte Kunst kaufen Sie online oder Sie verbinden Ihren Kunstkauf mit einer Ausstellungsbesichtigung unserer Galerie in Dresden. Wir bieten Ihnen eine spannende Auswahl an ausgesuchter abstrakter Malerei die zur freien Interpretation einlädt.

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Bild oben: Zeitlos abstrakte Gegenwartskunst, hier: vielschichtige Acrylmalerei in Drippingtechnik von Dieu "Kosmischer Besuch", 155 x 55 cm, gerahmt, 2019, online bestellbar, Versand inklusive

Der Beginn und ihre Protagonisten

Wie jede Stilrichtung hat auch die abstrakte Kunst ihre Vorreiter, die die Welt anders wahrnahmen und deshalb anders darstellten als bis dahin. Wassily Kandinsky und František Kupka zählen zu den Avantgardisten und sind die Pioniere des gegenstandsfreien Malstils. Gerade Kandinsky gilt als Paradebeispiel des suchenden (und Ausdruck findenden) Künstlers. Er hat auf seinem künstlerischen Weg viele Phasen durchlaufen und Stile "erfunden" oder übernommen und weiterentwickelt. Kandinsky beschäftigte sich auch theoretisch mit der neuen Kunstrichtung.

Seine Schrift "Über das Geistige in der Kunst" aus dem Jahr 1911 stellt eine wegbereitende theoretische Grundlage der neuen Strömung in der Kunst, insbesondere der Malerei, dar. Das erste abstrakte Gemälde des heute nahezu unbekannten František Kupka ist auf das Jahr 1911 datiert. Einige weitere bekannte "Kinder" der abstrakten Kunst der Jahrhundertwende sind Robert Delaunay und Piet Mondrian, ebenso wie Kasimir Malewitsch & Francis Picabia.

 

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"Lauschiger Abend" Unikatgemälde von Conny Wachsmann "Sich seinen Freiraum angeln" , 100x120cm (2017) Gemälde abstrakte Kunst

 

Aus den Anfängen der abstrakten Darstellungen bildeten sich laut Wikipedia zwei Hauptströmungen heraus: Die vom Expressionismus kommende, vertreten durch Wilhelm Nay und Hans Hartung, die die völlige Ablösung vom Gegenständlichen anstrebte. Dabei standen Farben, Strukturen, Kompositionen und Formen im Vordergrund.

Der zeitgleich entstandene zweite Trend ging zur geometrischen abstrakten Kunst und war wesentlich vom Kubismus beeinflusst. Hier dienten die geometrischen Stilelemente zur Darstellung des Nicht-Sichtbaren. Als Kinder bzw. berühmte Vertreter dieser Richtung gelten Piet Mondrian und der Russe Kasimir Malewitsch.

Beiden Entwicklungen gleich war die Distanzierung von der realitätsnahen Darstellung. Vielmehr ging es nun um ein Abbild der Innenwelt des Künstlers bzw. seiner Fantasie. Das gab dem Kunstschaffenden eine völlig neue Situation der Freiheit in der Darstellung.

Diese "europalastige" Sicht lässt leider die Kunstentwicklung, z.B. im arabischen Raum oder bei indigenen Völkern weltweit außer Acht. Für einen umfassenden Bick auf die Entwicklung jeder Kunstgattung sollten immer Bemühungen unternommen werden, der Kunstentwicklung in globalem Umfang die ihr gebührende Beachtung zu schenken.

 

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Oben: Die sichtbare Wirklichkeit reduziert sich: "Erwartungsvoll" abstrakt figuratives Gemälde in Acryl von Michaela Steinacher, weitere Werke und Wandbilder der Künstlerin Michaela Steinacher

 

Was charakterisiert diese Kunstform?

Während in der figürlichen Malerei die visuell wahrnehmbare Welt, wie sie ist, abgebildet wird, haben die Vertreter der abstrakten Kunst mehr Gestaltungsfreiheit. Der Künstler wird in die Lage versetzt, Ideelles, seine Gedanken und Gefühle, sichtbar zu machen, seine schöpferischen Fähigkeiten abstrakt auszuleben. Viele Autoren lehnen einen Vergleich ihres Werkes mit der realen Welt ab und verweisen auf ihre Kreativität, die einzig zur Entstehung des Werkes beigetragen hat.

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Farbe im Zentrum - Gemälde von Dieu Abstraktes Sujet von Dieu  Moderne Kunst handgemalt

 

Der Künstler stellt seine Innenwelt dar – und tritt in den Dialog mit dem Betrachter, indem er ihn auffordert, sich mit der Botschaft seines Werkes und des Künstlers auseinanderzusetzen und das Werk zu deuten. Auf diese Weise macht sich jeder Betrachter sein eigenes, subjektives Bild von dem Werk, das somit unendlich viele verschiedene Aussagen von seinen Rezipienten zugewiesen bekommt.

Die Richtungen der Abstraktion und einige ihrer Vertreter

Die abstrakte Kunst ist bis heute eine breit gefächerte Stilrichtung in stetiger Weiterentwicklung. Allein durch die Verwendung immer neuer Stilmittel, mittels Farbe und Materialien bieten sich dem Künstler sowie dem Betrachter eine große Vielfalt.

Nicht zu ignorieren ist die abstrakte Plastik. Auch sie hat ihre Anfänge im Beginn des 20. Jahrhunderts. Insbesondere aus dem Jugendstil mit seinen vielen amorphen Formen konnte sich eine nicht-figürliche neue Strömung entwickeln. Bis heute bekannte und verehrte Vertreter sind Rudolf Belling und Hans Arp. Die Künstler des russischen Konstruktivismus wie Tatlin haben die abstrahierte Plastik stark vorangetrieben. Ihre Themen waren u.a. das Wechselspiel zwischen den Elementen des Raumes: In welchem Verhältnis stehen geometrische Teile wie z.B. Linien und Flächen zum Raum? Wie entwickelt sich diese Konstellation? Und wohin?

 

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Einzigartige Skulptur von Katrin Jähne Abstrakte Skulptur - Edition  Abstrakte Skulptur von René Theurich

Auszug abstrakter Bildhauerei: weitere Skulpturen & Plastiken

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Die Entfaltung der abstrakten Plastik verlief ebenfalls global. Henry Moore hat die abstrakte Kunst sowohl in der Malerei als auch der Plastik vorangetrieben und immer wieder neu ausgereizt. Zeitgenössische Künstler wie Tony Cragg mit ihrer neuen Formensprache, häufig mit modernen Kunststoffen umgesetzt, erweitern die Vielfalt abstrakter Plastik. 

Erinnern wir uns an die Anfänge - abstrakte Kunst seit der Jahrhundertwende: Die Vielfalt kam sowohl aus der Richtung Expressionismus (Wassili Kandinsky), die später z.B. von Jackson Pollock (1912 - 1956) völlig erneuert wurde. Als ein Vertreter der deutschen sogenannten "Nachkriegskunst" nach 1945 versteht sich Ernst Wilhelm Nay (1902 - 1968). Hier verlief die Entwicklung in Richtung Informel, wo sie in eine oftmals völlig ungebundene Form mündete.

Die zweite Richtung wurde vom Kubismus und Konstruktivismus und seinen Vertretern wie Malewitsch und Mondrian gegangen. Der Trend lief zur konkreten Kunst. Der Deutsche Willi Baumeister (1889 - 1955) ist bis heute ein geschätzter Repräsentant. Aber auch die Surrealisten wie Yves Tanguy entwickelten eigene Bildsprachen, ebenso – auf seine ganz typische und unverkennbare Weise – Paul Klee (1879 - 1940) und Lyonel Feininger.

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Original Wandbild: Auflösung des Gegenständlichen, welche sich in der Komposition behauptet: "Schwungvoller Auftritt",  weitere Werke des Künstlers Dieu

Die Techniken in der abstrakten Kunst

Die Malerei und Plastik gelten weiterhin als die Hauptgebiete der Strömung abstrakte Kunst. Bei der Wahl der einzelnen Stilmittel gab es im Laufe der Zeit immer wieder enorme Veränderungen, zumeist ermöglicht durch die technische Entwicklung der Materialien. Die Ölmalerei als ein Hauptaktionsfeld erlebte heftige Stilbrüche, wie z.B. durch das Action Painting, das Jackson Pollock in den fünfziger Jahren bekannt machte und ihn u.a. dank der Sammlerin und Galeristin Peggy Guggenheim weltberühmt machte. Weitere Techniken bei der Ölmalerei sind das Spachteln, die Mischtechnik (Öl und andere Materialien als Werkzeuge), ferner Gießtechnik, Dripping (siehe Pollock), Lasieren, Collagieren usw. Nichtsdestotrotz hat die Abstraktion auch in den Techniken wie dem Aquarell ihr Zuhause und wichtige Vertreter. Auch die verschiedenen Bereiche der Grafik bieten den Künstlern unendlich viele Ausdrucksmöglichkeiten. Die Mixed Media verbindet verschiedene Materialien, Farben und Techniken zu einem Kunstwerk.

In der Skulptur finden heute sämtliche reelle Materialien Einsatz. Die Künstler verwenden neben traditioneller Bronze, Holz und Stahl verschiedene Steinarten, Kunststoff, Textilien und Naturstoffe wie z.B. Pflanzen.

Auch die Video- und Fototechnik haben sich immer weiterentwickelt und eigenständige, anerkannte Sparten eingerichtet. Hier sollte der Name June Paik (1932 - 2006) als weltweit anerkannter Künstler der abstrakten Kunst erwähnt bleiben.

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Zustimmung und Kritik

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die Kunstform abstrakte Kunst polarisiert: Sowohl beim Publikum als auch bei der Kunstkritik stießen und stoßen diese Kunstwerke bis heute sowohl auf Begeisterung als auch auf strikte Ablehnung. Oft wurde und wird dem Künstler in dieser – nicht immer sachlichen – Diskussion jegliche künstlerische Fähigkeit abgesprochen.

Die gegenstandsfreie Malerei und ihre wichtigsten Vertreter

Diese Frage wird immer subjektiv unterschiedlich beantwortet werden. Mehr als hundert Jahre dieser Kunstform auf verschiedenen Kontinenten mit so vielen verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten machen es schwer, kunstgeschichtlich eine sichere, handhabbare und Bestand habende Werteskala aufzustellen. Keine Liste ist annähernd vollständig. Es geht lediglich darum, Orientierungshilfe zu bieten. Jedoch besteht wohl Einigkeit darin, die folgenden Künstler als weltweit anerkannte Vertreter von abstrakter Kunst zu nennen:

Der Russe Wassily Kandinsky, die Franzosen Francis Picabia und Yves Klein, Willem de Kooning aus den USA, ebenso wie Jackson Pollock und der Deutsche Gerhard Richter sind herausragende Vertreter der abstrakten Kunst.

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Wandbild: Akribische Analyse des Lichts: "Verwachsen", Acryl, 155 x 50 cm, 2017, weitere Werke und Wandbilder des Künstlers Dieu finden Sie hier: abstrakte Kunst von Dieu

Wo ist abstrakte Kunst zu sehen?

Abstrakte Kunst ist mehr denn je Bestandteil unseres täglichen Lebens, nicht nur im Museum. Überall im Stadtbild sind heute abstrakt gestaltete Skulpturen in sehenswerter Form zu entdecken. Kunst am Bau ist oft abstrakt. Und die große Vielfalt der Reproduktionsmöglichkeiten wie z.B. durch Poster lässt heutzutage die Gestaltung und Dekoration mit abstrakter Kunst in nahezu allen (privaten und institutionellen) Innenräumen zu. Bei uns finden Sie allerdings keine Poster zur Dekoration, vielmehr haben wir uns ausschließlich der Originalkunst verschrieben.

Viele große Sammlungen auf der Welt bieten originale Kunstwerke. Einrichtungen für ausschließlich zeitgenössische Exponate zeigen selbstverständlich auch abstrakte Kunst. Solche Ausstellungen sind überall auf der Welt zu besuchen. Folgen Sie uns auf eine inspirierende Reise: Das New Yorker Museum of Modern Art hat eine umfassende Sammlung abstrakter Kunst zu bieten. Andere Museen wurden zwar erst nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet, gesammelt wurde aber schon viel früher. Das Guggenheim Museum in New York in dem von Frank Lloyd Wright erbauten außergewöhnlichem Gebäude, aber auch die Peggy Guggenheim-Stiftung in Venedig sind zu nennen. Berlin schätzt sich glücklich, die umfangreiche Sammlung der Neuen Nationalgalerie in einem bedeutenden Museumsbau von Mies van der Rohe, einer Ikone der modernen Architektur, zu beherbergen.

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Abbildung (oben): Abstrakte Kunst in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20 in Düsseldorf, Sonderausstellung der Prodagonisten

Auch das China Art Museum in Shanghai versteht sich als ein Beispiel umfangreicher zeitgenössischer Kunstsammlungen.

Eine Interpretation und detailierte Betrachtung

Abstraktion als darstellungsfreier oder darstellungsloser Ausdrucksstil

Wie eingangs erwähnt ist die abstrakte Kunst eine seit dem 20. Jahrhundert existente Stilrichtung, welche sich sowohl in der Malerei als auch in der Bildhauerei prägend entwickelt hat. Wesentliches Merkmal des gegenstandslosen Schaffens ist die Tatsache, dass diese einerseits wenig Hinweise auf die sichtbare Wirklichkeit beinhaltet, andererseits aber auch keine Erinnerung hervorbringt. Dem Künstler eröffnet sich somit die Sichtbarmachung seiner Gedanken und Überlegungen. Das Geistige wird sichtbar. Mithilfe von Kreativität besteht zudem die Möglichkeit Botschaften zu transportieren, aber auch Kritiken zu äußern.

Relativ spät wurde der abstrakten Kunst nachgesagt, dass sie sich vollkommen vom Gegenständlichen löst und das Bild der Realität mehr und mehr aufgibt. Heute weiß man, dass der ursprüngliche Gedanke der abstrakten Kunst lange undefiniert war. Man kann erweiternd hinzufügen, dass eine Loslösung von echten Gegenständen und von der in der Natur vorhandenen Formen & Farben stattfindet.

Ist jegliche Abstraktion frei interpretierbar?

Der Betrachter von gegenstandslosen Arbeiten wird geradezu dazu aufgefordert, sich intensiv mit der Schöpfung auseinanderzusetzen und die Entstehungsgründe zu hinterfragen. Um die Aussage einer abstrakten Werkes zu verstehen bzw. zu verinnerlichen, muss sich der Betrachter gemeinhin sehr umfänglich mit der Arbeit des Künstlers auseinandersetzen. Existiert keine Interpretationshilfe um den Bezug zur Wirklichkeit herzustellen, eröffnet die abstrakte Kunst die Möglichkeit diese frei und selbst zu deuten.

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Painting: abstrakte Komposition in Acryl von Petra Klos, Gegenständliches wird auf der Leinwand entmaterialisiert: "Field of Gold", weitere Wandbilder der Künstlerin ansehen

Für den abstrakten Kunstmaler eröffnet sich die Möglichkeit mittels der Malerei gestalterisch völlig ungezwungen zu sein. Die künstlerische Freiheit erzielt bei dem Betrachter eine gewisse Anziehungskraft. Die Tatsache, dass abstrakte Arbeiten bei dem Rezipienten häufig keine direkten Erinnerungen hervorrufen, ermöglicht es hingegen neue ungeahnte und bislang unvorstellbare Variationen aus Form und Farbe sichtbar zu machen bzw. erleben zu können. Abstrakte Kunst löst beim Betrachten häufig Emotionen und Stimmungen aus. Die Frage warum dieser Kunststil derart fasziniert, kann Studien zufolge damit beantwortet werden, dass sie sich die Empfindungen auch nach längerem Betrachten ständig verändern können.

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Unsichtbares sichtbar machen

Verwendete Formen der Realität nur noch selten dokumentiert. Ein direkter Bezug zu Natur und Realität besteht in aller Regel nicht. Zudem ermöglicht die Abstraktion, hinsichtlich ihrer Gestaltung, deutlich mehr Möglichkeiten als die Illustration gegenständlicher Kunstformen. Künstlern geht es heute vielmehr um die Darstellung von innerlichen Welten, die multispektral und vielseitig sind als jene sichtbare Außenwelt.

Der Künstler gibt bei der Schaffung die Strukturen der Realität nahezu gänzlich auf. Somit liefert der abstrakte Maler teils nur noch wenige Anhaltspunkte auf das visuelle Vorhandensein. In genau diesem Moment ist die eigene, innere Vorstellungskraft wesentlich. Gemeinhin wird die abstrakte Kunst auch als „gegenstandslos“ oder „gegenstandsfrei“ bezeichnet. Diese Auslegung ist jedoch eine sehr strenge, regelrecht akademische Auslegung dieses Kunststils. Fraglich bleibt, wo eine teilweise Abstraktion dieser Strömung einzuordnen ist. Eine Einstufung in der Abstraktion und Figuration nur teilweise vorhanden ist, fehlt gänzlich.

 

Literatur

Aus der Vielzahl der die abstrakte Kunst behandelnden Bibliothek werden hier nur vier Bücher ohne den Anspruch einer wertenden Reihenfolge herausgegriffen:

- Dietmar Elger: Abstrakte Kunst. Taschen, Köln 2008, ISBN 978-3-8228-5617-8

- Barbara Hess/Uta Grosenick (Hrsg.): Abstrakter Expressionismus. Taschen, Köln 2005, ISBN 3-8228-2967-6

- Bettina Ruhrberg, Karl Ruhrberg: Im Zeichen der Abstraktion. Zur westdeutschen Kunst 1945–1960. In: Ferdinand Ullrich (Hrsg.): Kunst des Westens. Deutsche Kunst Jahre 1945–1960. (Katalog der Kunstausstellung der Ruhrfestspiele Recklinghausen Jahr 1996). Wienand Verlag, Köln 1996, ISBN 3-87909-489-6

- Susanne Anna (Hrsg.): Die Informellen – von Pollock zu Schumacher. Hatje Cantz, Ostfildern 1999, ISBN 3-89322-689-3

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